Je nach Größe, Art und Dauer einer Schadenslage können bei Behörden und
Hilfsorganisationen personelle oder materielle Engpässe entstehen - insbesondere dann, wenn die öffentliche Kommunikationsinfrastruktur unter den Auswirkungen einer Katastrophe leidet.
Das öffentliche Breitbandnetz für Telefon und Internet, die Mobilfunknetze und auch die behördlichen Funksysteme können durch (Teil-)Ausfälle betroffen sein. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Kommunikation der Behörden und Hilfsorganisationen im Einsatzfall mit Material und Personal zu unterstützen bzw. durch spezielle Funkausrüstung sinnvoll zu ergänzen.
Hierzu arbeiten wir ausschliesslich mit eigenen Geräten und nur auf den Frequenzen des Amateurfunkdienstes. Das Equipment wird nur von speziell ausgebildeten und lizenzierten Funkamateuren bedient.
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Mögliche Einsatzszenarien für Notfunk Deutschland bestehen im Aufbau von
zusätzlichen Funkstrecken zur Entlastung des BOS-Funks (BOS: Behörden und
Organisationen mit Sicherheitsaufgaben). Hierzu zählen in erster Linie
Meldeköpfe bzw. Kontaktstellen, die durch Behörden und Hilfsorganisationen nur
mit zusätzlichem Aufwand hergestellt werden können.
Beispielsweise könnten Notfunkeinheiten an Verpflegungs- und Versorgungsstellen,
in Fahrzeugen privater Bauunternehmen, bei Bundeswehreinheiten oder zur
Pegelüberwachung eingesetzt werden, die mit unserer eigenen Einsatzleitung in
Kontakt stehen. Auch die Entgegennahme von Notrufen aus Bevölkerung oder die
Bildübertragung von Schadenslagen durch Notfunkeinheiten sind denkbar.
Während des Einsatzes erhalten wir unsere Einsatzbefehle und Anweisungen von der
zuständigen behördlichen Einsatzleitung bzw. vom Führungsstab entsprechend
DV 100. Wir arbeiten eng mit den Angehörigen des Stabs (S6) und Fachberatern
zusammen, um eine reibungslose Unterstützung zu gewährleisten und Informationen
ohne Verzögerung weiter zu leiten.
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Ein ganz wesentlicher Kern unseres Konzepts ist die Ausbildung zum Notfunker.
Obwohl viele unserer Vereinsmitglieder Angehörige von Hilfsorganisationen sind
oder waren, muss jedes Mitglied eine modulartige Grundausbildung durchlaufen, um
bei Einsätzen als Notfunker eingesetzt zu werden.
Hierbei bilden die Sofortmaßnahmen am Unfallort, diverse Themen des
Selbstschutzes und die Organisation des Katastrophenschutzes in der
Bundesrepublik Deutschland die Ausbildungsinhalte. Ausserdem werden die
speziellen Notfunkverfahren in praktischen Übungen trainiert.
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Ein weiterer, sehr wichtiger Bestandteil unseres Konzepts ist die Kooperation
mit den Behörden und Organisationen, die in den Katastrophenschutz eingebunden
sind. Wir wollen schon im Vorfeld eines möglichen Einsatzes ein möglichst
genaues Bild davon haben, was von uns erwartet wird. Umgekehrt können wir so am
besten über unsere technischen und organisatorischen Möglichkeiten informieren.
In einem weiteren Schritt soll bei Übungsveranstaltungen die praktische
Integration von Amateurfunk in den Katastrophenschutz erprobt und ständig
verbessert werden.
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Der Schutz der Notfunker vor Gefahren an der Einsatzstelle ist für die
erfolgreiche Einsatzdurchführung äußerst wichtig. Dieses Thema nimmt einen
wesentlichen Teil unserer Ausbildung ein. Zum Selbstschutz gehört auch die
Einsatzbekleidung, die alle Aspekte des Arbeitsschutzes berücksichtigt.
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Wir sind eine bundesweit aktive Organisation mit einer regionalen Struktur, um
nach Anforderung durch die Einsatzleitung das Einsatzgeschehen möglichst zeitnah
unterstützen zu können. Bei Bedarf können auch Notfunker aus anderen Regionen
Deutschlands alarmiert werden.
Derzeit existieren zwei Notfunkgruppen, deren Aktionsradius weite Teile von
Nordrhein-Westfalen, Südhessen, Rheinland-Pfalz und den Norden
Baden-Württembergs abdeckt.
Geplant sind weitere Notfunkgruppen in den übrigen Teilen der Bundesrepublik
Deutschland. Hierzu werden wir weitere Anstrengungen unternehmen, um am Notfunk
interessierte Menschen für unsere Organisation zu gewinnen. Der Erwerb der
Amateurfunklizenz soll kein Hindernis darstellen, da wir hierbei gerne
unterstützen.
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Für die Anforderung von Personal und Gerät im Einsatzfall steht grundsätzlich
der Vorstandsvorsitzende oder einer seiner Vertreter zur Verfügung. Er ist in der Lage, die Notfunker in
Bereitschaft zu versetzen bzw. zu alarmieren. Hierzu soll ein Funkrufsystem im
Notfunk etabliert werden, das Amateurfunkfrequenzen nutzt.
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Der Amateurfunk ist ein nichtkommerzieller Funkdienst. Er ist gleichberechtigt
mit anderen Funkdiensten wie z.B. dem Seefunk- oder Flugfunkdienst. Dem Funkamateur steht eine Vielzahl von Frequenzbändern im Mittel- bzw. Kurzwellenbereich zwischen 0,1
und 50MHz und im VHF-/UHF-Bereich (144MHz, 433MHz, 1230MHz und weitere) zur
Verfügung.
Der Zweck des Amateurfunks umfasst technische und wissenschaftliche
Experimente, die Völkerverständigung und nicht zuletzt auch die Unterstützung
von Hilfsaktionen in Notfällen.
Die Voraussetzung zur Teilnahme am
Amateurfunkdienst ist das Bestehen einer Prüfung über Technik, Betriebstechnik
und rechtliche Grundlagen und die Zuteilung eines Rufzeichens. Alle gesetzlichen
Regelungen sind international durch die ITU festgelegt und werden in der
Bundesrepublik Deutschland durch die Bundesnetzagentur vollzogen.
Im Amateurfunk finden viele verschiedene Betriebsarten Anwendung, wie z.B.
Sprechfunk, Telegrafie, Digitale Datenübertragung und auch die Bildübertragung.
Als Infrastruktur stehen dem Funkamateur Relaisfunkstellen,
Amateurfunksatelliten und Mailboxsysteme zur Verfügung. Der Amateurfunkbetrieb
hat verschiedene Ausprägungen wie z.B. Wettbewerbe, Experimente,
Gesprächsrunden, Expeditionen bzw. stromnetzunabhängiger Betrieb und das
Arbeiten mit sehr geringer Leistung (QRP).
Die Funkamateure sind in diversen Vereinen und Verbänden organisiert: in
Deutschland z.B. im DARC, VFDB, international im Dachverband IARU.
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Die Unterstützung von Hilfaktionen in Notfällen ist einer der gesetzlich
festgelegten Zwecke des Amateurfunkdienstes. Der Amateurfunkbetrieb, der
diesem Ziel durch technische und organisatorische Vorbereitungen gerecht
wird, heisst Notfunk.
Die Eigenschaften der verschiedenen Amateurfunkfrequenzen ermöglichen
unterschiedliche Reichweiten in der Signalausbreitung. Damit lassen sich
sowohl regional begrenzte als auch internationale Notfunkaktivitäten
realisieren. Die Signalausbreitung ist auch abhängig von der Beschaffenheit
der Umgebung einer Funkstelle (Dämpfung durch Berge, Vegetation,
Bodenbeschaffenheit), dem Zustand der reflektierenden oder dämpfenden
Atmosphärenschichten und der verwendeten Antennenart.
Funkamateure sind im Umgang mit diesen Parametern meistens sehr erfahren.
Sie können auch unter schwierigen oder sich ändernden Bedingungen
erfolgreich Funkverbindungen herstellen und aufrecht erhalten.
Die Energieversorgung und die Beweglichkeit einer Funkstelle stellen weitere
Herausforderungen im Bereich Notfunk dar. Im Einsatzfall steht
möglicherweise das Stromnetz gar nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung.
Hierzu werden im Notfunk praxiserprobte Konzepte eingesetzt, wie z.B. der
energiesparende Aufbau und Betrieb einer Funkstelle unter Verwendung
transportabler, effizienter Antennen, spezieller Akkus und Stromerzeuger.
Die Notwendigkeit des Notfunks ist vielen Funkamateuren durchaus bewusst.
Ihnen ist die im Notfunk eingesetzte Technik oft sehr vertraut. Viele
Funkamateure sind auch bereit, im Notfunk aktiv mitzuwirken. Jedoch ist es
in der Vergangenheit in Deutschland nicht gelungen, den Notfunk
praxisgerecht und organisatorisch erfolgreich umzusetzen.
Bis heute ist bei vielen Behörden und Hilfsorganisationen festzustellen, dass die Chancen und Möglichkeiten, die der Notfunk bietet, nicht erkannt werden. Vorbehalte und mangelndes Vertrauen in eine gedeihliche Zusammenarbeit machen das Verhältnis zwischen den BOS und dem Notfunk in Deutschland schwierig.
Dieses Verhältnis ist in vielen anderen Staaten ganz anders. Diesen Umstand in der
Bundesrepublik Deutschland zu ändern, hat sich nun Notfunk Deutschland
e.V. zur Aufgabe gemacht und bereits erste Erfolge erzielen können.
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Die Aufgabe des behördlichen Katastrophenschutzes ist der Schutz der Bevölkerung
in Notlagen und vor den Auswirkungen einer Katastrophe. Dies geschieht durch
vorbereitende Maßnahmen und durch Notfallmassnahmen wie z.B. Retten, Bergen und
Versorgen.
Eine besondere Aufgabe hat dabei die Aufrechterhaltung der
Kommunikationsinfrastruktur. Sie dient neben der Information der betroffenen
Bevölkerung auch der Entgegennahme von Notrufen und insbesondere der
Koordination von Notfallmaßnahmen. Hierzu stehen den Behörden und
Hilfsorganisationen eine Vielzahl an Einsatzmitteln zur Verfügung - unter
anderem auch der Notfunk.
Die Organisation des Katastrophenschutzes ist in der Bundesrepublik Deutschland
die Aufgabe der Bundesländer. Die Maßnahmen zur Durchführung des
Katastrophenschutzes werden aber hauptsächlich durch die Feuerwehren der
Gemeinden, Städte und Landkreise und die verschiedenen Hilfsorganisationen (DRK,
JUH, MHD, ASB, DLRG usw.) realisiert. Dazu erhalten sie materielle bzw.
finanzielle Unterstützung auch durch den Bund. Der Bund ist darüber hinaus
Träger des Technischen Hilfswerks (THW), dessen Personal und Material den
lokalen Katastrophenschutzbehörden zur Verfügung gestellt werden kann. Auch die
Bundeswehr ist in dieses Konzept mit einbezogen.
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Laut Wikipedia stammt das Wort "Amateur" aus dem Französischen und bezeichnet eine Person, die eine Tätigkeit aus Liebhaberei ausübt, ohne Geld für seine Leistung zu erhalten. Nur darin unterscheidet sich der Amateur vom Profi. Der Begriff sagt wenig über die Sachkenntnis von Amateuren aus, die durchaus professionelles Niveau haben kann.
Funkamateure gibt es in allen Ländern, in denen der Amateurfunk durch die Behörden gestattet ist. Funkamateure haben bei diesen Behörden Fachprüfungen abgelegt und damit ihr Wissen über den korrekten Aufbau und Betrieb von Amateurfunkstellen nachgewiesen. Ein Funkamateur zeichnet sich durch sein weltweit eindeutiges Rufzeichen aus, welches ihm durch die regulierende Behörde zugewiesen wird. In Deutschland ist das die Bundesnetzagentur.
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