Veröffentlicht am 27. Dezember 2011
Das Sturmtief "Dagmar" über Skandinavien veranlasst die Notfunker des norwegischen Amateurfunkverbands NRRL, auf 3.720MHz ein Notfunknetz einzurichten. Obwohl laut Medienberichten wegen umgestürzter Bäume viele Haushalte ohne Strom und viele Verkehrswege unterbrochen sind, gibt es bisher von den Behörden noch keine entsprechenden Anforderungen. Das Notfunknetz wird am 27. Dezember 2011 in der Zeit zwischen 0900 und 2400 local alle drei Stunden aktiviert. Möglicherweise wird das Netz auch noch länger aufrecht erhalten. Leitstation ist LE1AA in der Nähe von Oslo. Wir bitten alle Funkamateure, die Frequenz für möglichen Notfunkverkehr freizuhalten und empfangene Notrufe weiter zu leiten. Die Angaben beruhen auf einer aktuellen Meldung des Notfunkkoordinators der IARU-Region 1, Greg Mossop, G0DUB.
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Veröffentlicht am 22. Dezember 2011
Vom 26. bis 28. Januar 2012 findet die Abschlusskonferenz der Forschungsgruppe "Communicating Disaster" an der Universität Bielefeld statt. Ein Jahr lang hatte sich die Gruppe aus Wissenschaftlern der verschiedensten Fachbereiche mit der Kommunikation im Katastrophenfall beschäftigt. In Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Praxis wurde untersucht, wie die Massenmedien das Geschehen beeinflussen und wie die Kommunikation im Katastrophenfall durch neue Informationstechnologien verbessert werden kann.
Wie in der Reportage des Deutschlandfunk vom 17. Januar 2011 berichtet, kommen die Forscher von "Communicating Disaster" unter anderem zu dem Ergebnis, dass der Amateurfunk an Bedeutung gewinnt, wenn beispielsweise Fernsehen, Telefon und Mobilfunknetze bei einem Zusammenbruch der Stromversorgung ausfallen.
Unsere Freunde vom schweizerischen Amateurfunkverband USKA haben auf ihren Seiten den Deutschlandfunk-Beitrag als MP3-Datei hinterlegt.
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Veröffentlicht am 22. Dezember 2011
Seit 2005 findet jedes Jahr die internationale Notfunkkonferenz Global Amateur Radio Emergency Communications (GAREC) Conference statt. Dieses Jahr trafen sich die Teilnehmer vom 12. bis 19. August in Sun City in Südafrika. Ziel der Veranstaltungsreihe ist die globale Vernetzung im Bereich Notfunk und der Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen, die während der Katastrophenereignisse in den verschiedenen Ländern und Erdteilen gesammelt werden konnten.
So war in diesem Jahr der Bericht über die Notfunkaktivitäten nach der diesjährigen Dreifachkatastrophe in Japan von Ken Yamamoto, JA1CJP ein Höhepunkt der Veranstaltung. Ken berichtete, dass die Notfunkaktivitäten in Japan erst zwölf Stunden nach Eintritt der Ereignisse anlaufen konnten, da die meisten Funkamateure aufgrund der unterbrochenen Verkehrsverbindungen an ihren Arbeitsstellen festsaßen. Außerdem mussten viele VHF/UHF-Relais erst wieder repariert werden, um sie für den Notfunk nutzen zu können. Die Kurzwellenfrequenzen für den Weitverkehr in den Abend- und Nachtstunden unterhalb von 10MHz konnten zu Beginn der Notfunkaktivitäten nicht genutzt werden, da viele japanische Funkamateure hierfür keine passenden Antennen besitzen. Erst nach einigen Tagen konnte mit Hilfe von Behelfsantennen für 3MHz auch nach Einbruch der Dunkelheit Kurzwellenfunkverkehr durchgeführt werden. Ausserdem berichtete Ken, dass die meisten Funkamateure Schwierigkeiten hatten, strukturierte Meldungen in großer Zahl und innerhalb kurzer Zeit zu übermitteln. Er stellte fest, dass eine vorbereitende Ausbildung hier sehr hilfreich gewesen wäre.
In einem weiteren Veranstaltungsteil wurde eine Software für PSKmail vorgestellt. Hiermit ist es möglich, mit Hilfe eines Computers und einem Amateurfunkgerät in der digitalen Amateurfunk-Betriebsart PSK31 E-Mails über das Internet zu versenden und zu empfangen. Im Gegensatz zum Pactor-Verfahren ist hierfür kein teures Modem erforderlich, sondern lediglich eine herkömmliche PC-Soundkarte. In diesem Zusammenhang wurde während der Veranstaltung auch noch einmal darauf hingewiesen, die Meldungen wie zum Beispiel Lageberichte so kurz wie möglich zu halten und deshalb zum Beispiel auf Grußformeln zu verzichten.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde auch erörtert, wie mit Notrufen aus anderen Ländern oder gar Erdteilen zu verfahren sei. Im Gegensatz zur Schweiz gibt es in den meisten Ländern keine nationale Notrufzentrale. Deshalb wird allen Funkamateuren, die internationale Notrufe empfangen und beantworten, empfohlen, die örtlichen Notrufzentralen zu informieren. In Deutschland sind diese über die bundesweit einheitliche Notrufnummer 112 zu erreichen.
Einen detaillierten Bericht über die GAREC 2011 hat der Notfunkkoordinator der Schweiz, Stefan Streif HB9TTQ veröffentlicht. Die GAREC 2012 findet in Kuala Lumpur, Malaysia statt. In 2013 wird die GAREC in der Schweiz ausgerichtet.
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